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Impfösen: welche sind zu empfehlen?
Auch über kleine Dinge im Labor wie Impfösen
kann man ins Grübeln kommen.
Bei Besuchen in Praxen sehe ich viele verschiedene Arten von Ösen,
und ich werde auch gelegentlich mal gefragt nach Bezugsquellen. Daher
mal ein paar Kommentare zu der Auswahl von Ösen.
1. Frage: Metall oder Kunststoff?
Noch
vor einigen Jahren waren Metallösen an der Tagesordnung. Sie wurden
vor und nach jeder Verwendung ausgeglüht. Das muss dann auch ordnungsgemäß
geschehen, nämlich indem man die Öse ziemlich senkrecht in
der heißen Flamme hält und nachher noch einmal locker die
ganze Öse mit Metallhalter durch die Flamme zieht (Abflammen).
Dazu braucht es dann in der Tat einen Bunsenbrenner, in der Regel ein
Brenner ohne Festleitungsanschluss, betrieben mit Gaskartuschen wie
sie auch für Campingkocher verwendet werden.
Persönlich schwöre ich nur noch auf Kunststoffösen. Die
sind nicht unbedingt preiswert, weil sie ja nach der Herstellung noch
einmal per Gammabestrahlung sterilisiert werden. (Meines Erachtens wäre
dieses Extrasterilisieren gar nicht nötig, falls die nach dem Gießen
sauber abgepackt werden.)
Insbesondere für das Aufbringen von Urin (oder sonstigen Proben)
auf Platten, wo man die Ösen gleich griffbereit zur Hand haben
möchte, kann ich mir Metallösen nicht mehr gut vorstellen.
Was Anderes wäre es, wenn man in einer Praxis oder einem Labor
eine ganze Zeit nacheinander Mikrobiologe macht, zum Beispiel Antibiogramme,
Subkulturen usw. anlegt und so weiter. Dann könnte man eventuell
in der Zeit auch eine Metallöse zum Ausglühen verwenden.
Zu vermeiden ist auf jeden Fall, dass man auf Grund des Anlegens von
Urinen, so wie die gerade geliefert werden, ständig den Brenner
aus und anmachen muss. Und Anlassen ist auch keine Lösung, denn
dann verbrauchen sich die Kartuschen recht schnell, und außerdem
wird die Luft verpestet. Zudem
in einem engen Labor könnte
man auch aus Versehen in die Flamme langen.
Bei
Metallösen hat man wieder die Wahl zwischen Platin- oder Stahlösen.
Stahlösen sind preiswert, verbrauchen sich aber, da sie nach dem
stetigen Ausglühen rostig, schartig kantig werden. Für eine
Keimzahlbestimmung, wo es auf genaue Mengen ankommt, sind sie daher
auch nicht geeignet. Platinösen sind teurer, aber unverwüstlich.
Man kann sie unendlich oft ausglühen, ohne dass sich das Metall
verändert. Es ist ja auch Edelmetall!
Platin als Meterware anzuschaffen und mit einer Biegezange die Ösen
selbst zu biegen, ist wohl nur was für wirklich große Labore
oder für Freaks.
Diese Probleme stellen sich bei der Verwendung von Einmal-Kunststoffösen
nicht. Sie sind stets griffbereit und stets steril
- Man kann diese Ösen durchaus in irgendeinem Behälter senkrecht
hinstellen und das jeweilige Tütchen (meistens 10 oder 25 Stck.
in einem Tütchen) oben öffnen. Da ist keine Gefahr einer Kontamination
gegeben.
- Allerdings sollte man nicht mehrere Tütchen auf einmal öffnen,
sondern nur das, welches gerade in Gebrauch ist.
- Man sollte auch auf keinen Fall die Ösen auspacken und lose in
den Behälter stellen. Da habe ich schon Fälle erlebt, wo die
Ösen mit sporenbildenden Bakterien kontaminiert waren: das Wiederaufarbeiten
der Ösen ist vielleicht theoretisch möglich, aber praktisch
nicht sicher durchführbar. Auch da habe ich mal erlebt, dass sporenbildende
Bakterien auf den Ösen waren und es stellte sich heraus, dass die
Ösen nach der Verwendung mit Desinfektionsmittel "sterilisiert"
wurden.
2. Frage: 1 µl oder 10 µl?
Wer meine Methode kennt, weiß dass ich dafür
plädiere, 100 µ l Urin mit einer Kolbenhubpipette (Eppendorf-Typ)
mit den gelben Einmalspitzen aufzubringen. Anschließend wird die
Cled-Platte mit der Öse ausgestrichen. Die weiteren Platten sind
mit derselben Öse zu beimpfen. Hierzu ist dann auf jeden Fall eine
10 µ l Öse zu verwenden.
Viele Praxen nehmen auch für das Aufbringen des Urins eine Öse.
Das geht auch und ich verstehe die Überlegung, dass es für
die Handhabung einfacher ist, wenn man für das Aufbringen nicht
extra zu einer Pipette greifen muss. Dennoch nicht vergessen: Die Ablesung
der Keimzahl ist dann anders.
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Mit der 100 µl Pipette: Jede Kolonie entspricht 10
KBE/ml Urin.
Mit der 10 µl - Öse: Jede Kolonie entspricht 100 KBE/ml
Urin.
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Von der anderen Seite aus gesehen bedeutet das: 100 Kolonien
auf einer Platte bedeuten eine Keimzahl von 103 falls man die 100 µl
Pipette verwendet hat, bedeuten jedoch 104 wenn man die 10 µl
Öse verwendet hat.
Oder noch deutlicher: Keimzahlen von 102 bis 103 werden durch Verimpfen
mit der 10 µl Öse kaum noch wahrgenommen, d.h. nur als ganz
vereinzelte Kolonien. Wegen der besseren Nachweisgrenze bevorzuge ich
daher die Pipette.
Benutzt man jedoch auch den besprochenen Gründen eine Öse,
so sollte dies unbedingt eine 10 µl Öse sein. Bei einer 1
µl Öse läge die untere Nachweisgrenze bei 1000 = 103
KBE/ml Urin.
Ich will nicht verschweigen, dass manche Mikrobiologen (z.B. beim OIII-Kolloquium
in Hannover) behaupten, unter Aufbringung von 100 µl "schwimmt
die ganze Platte".
Wer meine Methode ausprobiert hat, der weiß, dass das nicht der
Fall ist).
Falls man Metallösen verwendet, sollten sie kalibriert sein, d.h.
man sollte wissen, ob 1 µl oder 10 µl Urin hängen bleibt.
Darauf ist bei der Anschaffung zu achten. Kalibrierte Ösen sind
in der Regel auch verschweißt, d.h. die Öse selbst kann sich
nicht öffnen. Täte sie das, würde ungenügend Urin
hängen bleiben. Im schlechtesten Fall sogar nichts. Kunststoffösen
sind automatisch kalibriert auf 1 oder 10 µl. (Antwort auf eine
immer wieder gestellte Frage: Ösen zu 100 µl gibt es nicht.)
Wirtschaftlichkeit
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Metallösen
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Einmalige Kosten
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Bunsenbrenner
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ca. € 50,-
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Platin-Öse
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ca. € 40,-
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Ösenhalter
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ca. € 8,-
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Laufende Kosten
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Gaskartusche
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ca. € 2,50
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Stahl-Öse
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ca. € 10,-
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Einmalösen
Für die Kosten der Einmalösen überschlage ich in meinen Modellrechnungen
immer ca. 5 Cent.
Es geht allerdings auch noch etwas preiswerter:
In diesem speziellen Fall habe ich sogar ein sehr preiswertes Angebot.
Durch Zusammenarbeit mit einer bundesweit tätigen Laborhandel-Firma
kann ich Einmalösen zu einem absoluten Tiefstpreis anbieten:
5 x 1000 Ösen für € 155,- (zzgl. ges. MwSt. [zzt. 19%])
Versandkosten kommen nicht mehr dazu.
Im Allgemeinen bin ich kein Freund davon, viel Material zu lagern. Ich
meine immer, Lagerhaltung sollten die Vertriebsfirmen betreiben und
wir haben es nicht nötig, unser Geld in Vorräte zu investieren.
Dazu kommt, dass natürlich die meisten verwendeten Materialien
nicht unbegrenzt haltbar sind, z.B. Platten, Eintauchnährböden,
Bunte Reihen. Bei Ösen spielt das ja keine Rolle, die verfallen
ja nicht. Und die Lagerung ist auch kein Problem. Die Ösen sind
verpackt in Tüten, die dann in einem größeren Beutel
à 1000 Ösen zusammengepackt sind. Somit nehmen 5000 Ösen
bei der Lagerung wenig Platz ein.
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ANGEBOT:
5000 Einmalösen € 155,-
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Dieses günstige Angebot ist nur durch einen schlanken
Verwaltungsaufwand möglich.
Der Preis ist nicht verhandelbar, außer bei sehr großen
Abnahmemengen (z.B. Sammeleinkauf).
Zwischen 10 µl (empfohlen) oder 1 µl (auf Wunsch) kann gewählt
oder auch gemischt werden. Bitte bei der Bestellung die Größe
angeben.
Bestellungen bitte schriftlich per Fax an 06203 / 6 31 11 (formlos)
oder über das >Bestellformular,
hier auf unserer Homepage.

1000 bzw. 5000 Ösen
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