Geschichte und Lage von Schriesheim

Schriesheim ist eine Kleinstadt mit ca. 12.000 Einwohnern, gelegen an der Bergstraße. Die Bezeichnung Bergstraße geht zurück auf eine alte Römerstraße (via montana) welche sich von Nord bis Süd am Rande der Rheinebene abzeichnete.

Die Bergstraße verläuft am Rande der Hügel des Mittelgebirges Odenwald („Odins Wald“? – „öder Wald“.....?) und ist somit gegen Nordwind geschützt und liegt noch in der fruchtbaren Rheinebene. Daher ist die Gegend von jeher prädestiniert gewesen für Acker- und Gartenbau und natürlich auch für den Weinbau! Bekannt ist die Baumblüte an der Bergstraße (Mandelblüte). In der Tat ist es im Frühjahr (es geht schon Ende Februar los!) zwischen den einzelnen Siedlungen recht hübsch anzusehen, wenn die Streuobstbäume und die Straßenbäume blühen .Und das zu einem Zeitpunkt, wo in Norddeutschland von Blühen noch gar keine Rede ist!

Entlang der Bergstraße entstanden überall Siedlungen, d.h. stets dort, wo ein Seitental mit einem Bach oder Fluss in die Rheinebene mündete. Je größer das Seitental oder der Fluss desto bedeutender die Siedlung. Beispiele: Heidelberg an der Mündung des Neckars, Dossenheim (kleines Dorf) an dem Dossenbach, Handschuhsheim (Vorort von Heidelberg) am Hellenbachtal, Weinheim (ca. 30000 Einwohner) an der Mündung der Weschnitz und eben Schriesheim, dort wo das Tal um den Kanzelbach die Berge verläßt.

Schriesheim nahm hier eine mittlere Bedeutung ein, erhielt die Stadtrechte (Reste der Stadtmauern sind noch zu besichtigen) und wurde Hauptplatz eines Gerichtbarkeitsgebietes, Zent genannt (in dieser Bedeutung Zent ohne h!). Am Alten Rathaus kann man noch den Pranger besichtigen. Auch die Zentabgaben mussten in Schriesheim entrichtet werden (Zentkeller, dort finden jetzt Veranstaltungen statt).

Auf der Bergspitze oberhalb des Tales wurde durch die Herren von Strahl eine Burg errichtet: die Strahlenburg. (Heinrich von Kleist beschrieb in seinem „Kätchen von Heilbronn“, dass das Kätchen sich in einen Ritter von Strahl verliebt, zu ihm reist und vor seinen Burgmauern schmachtet. Ob Kleist die Strahlenburg kannte, weiss ich nicht, aber zumindest haben die Schriesheimer die Geschichte hierher transferiert. Wir haben sogar jährlich ein Kätchen-von-Heilbronn-Freilichttheater (das Wort Festspiele würde ich hier nicht gebrauchen wollen).

Schriesheim erlebte eine wechselvolle Geschichte, wurde im 30jährigen Krieg und in den Pfälzer Erbfolgekriegen schwer zerstört. Irgendwann war Schriesheim regelrecht leergeblutet und wurde durch einige wenige zugereiste Familien (insbesondere aus Südtirol) wieder aufgebaut. Das sind dann immer noch die alteingesessenen, traditionsreichen Familien in Schriesheim.

Schriesheim hatte sogar mal ein Bergwerk und unten in dem Tal waren verschiedene Mühlen, aber viel Industrie gab es in Schriesheim nie. Erwähnenswert ist jetzt Duscholux und einige kleinere Ansiedlungen im Industriegebiet, weiter die Firma Kling Malz, wohl übrig geblieben aus der Zeit als dort noch wirklich eine mit Wasserkraft betriebene Malzmühle stand (dort kaufe ich mein Malz für die Bierbrauseminare). In der Hauptsache wohnen in Schriesheim Familien, die ihren Lebensunterhalt in den benachbarten Orten wie Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen oder Ladenburg verdienen. Sehr viele sind natürlich auch Studenten oder Angestellte der Uni Heidelberg. Schriesheim ist eine beliebte Wohnstadt, gerade auch durch die gute Anbindung an Heidelberg.

Mehr Informationen über Schriesheim und Diag.Wiss bekommen Sie von uns, wenn Sie sich zu einem Kurs angemeldet haben. Falls Sie sich vorher schon etwas umschauen wollen, empfehlen wir die Homepages von Schriesheim:

www.schriesheim.de
www.verkehrsverein-schriesheim.de

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